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Albertini Gianni - Alla ricerca dei naufraghi dell’Italia (1929) Originalausgabe

Dhs. 131.00 - Dhs. 131.00
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„Alla ricerca dei naufraghi dell’Italia“ 

 Originalausgabe von Gianni Albertini

 1929 Libreria d’Italia – Mailand

 169 Seiten auf Italienisch, in gutem Zustand, aber mit altersbedingter, abgenutzter Einbandbindung.


Alla ricerca dei naufraghi dell’Italia (1929) von Gianni Albertini ist eine ergreifende und wenig bekannte Erzählung über eine der letzten großen Polarexpeditionen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Ein Jahr nach der Katastrophe des Luftschiffs Italia, das im Mai 1928 während Umberto Nobiles Versuch, den Nordpol zu erreichen, auf dem arktischen Eis abstürzte, entführt das Buch den Leser in eine humanitäre Mission, die ebenso gewagt wie verzweifelt war. Albertini, ein 26-jähriger Mailänder Ingenieur, schildert seine viermonatige Expedition, finanziert von Mailänder Familien und der Zeitung Corriere della Sera, um die vermissten Besatzungsmitglieder zu finden.

Das Buch, mit dem Untertitel Mille chilometri sulla banchisa (Tausend Kilometer auf dem Eis), beschreibt mit fast wissenschaftlicher Präzision die logistischen und menschlichen Herausforderungen eines solchen Unternehmens. Nach einer gründlichen Studie der Meeresströmungen und Polarkatabatikwinde grenzte Albertini ein plausibles Suchgebiet ein und ging davon aus, dass die Schiffbrüchigen versucht hätten, die Küste zu erreichen. Seine Erzählung, angereichert durch Logbücher und direkte Beobachtungen, vermittelt die Härte der arktischen Bedingungen: Schneestürme, extreme Lebensmittelrationierung und einen ermüdenden 1.000-Kilometer-Marsch über 28 Tage für ihn und seine Begleiter. Die mit Fotos und Karten illustrierten Seiten zeigen auch die kollektive Dimension des Abenteuers, das von einem eng verbundenen Team und logistischer Unterstützung aus Mailand getragen wurde.

Was an diesem Buch beeindruckt, ist sein Ton – zugleich technisch und tief menschlich. Albertini begnügt sich nicht damit, eisige Landschaften oder Überlebensstrategien zu beschreiben; er thematisiert auch die Zweifel, Hoffnungen und Enttäuschungen, die seine Suche prägten. Die Italia-Katastrophe hatte die Öffentlichkeit erschüttert, insbesondere weil einige Besatzungsmitglieder, die von der Hülle des Luftschiffs mitgerissen wurden, spurlos verschwanden. Obwohl Albertinis Expedition keine Überlebenden rettete, bietet sie ein wertvolles Zeugnis internationaler Solidarität und Beharrlichkeit angesichts von Widrigkeiten.

Letztlich ist Alla ricerca dei naufraghi dell’Italia mehr als nur ein Expeditionsbericht – es ist eine Hommage an die Opfer und ein historisches Dokument, das eine wenig bekannte Episode der italienischen Polarforschung beleuchtet. Albertinis nüchterner und direkter Stil, frei von unnötigem Pathos, verstärkt die emotionale Kraft der Erzählung. Dieses heute seltene Buch verdient es, wiederentdeckt zu werden – für seine einzigartige Mischung aus Abenteuer, wissenschaftlicher Gründlichkeit und Mitgefühl.